|
|
||||
Wie wir alle wissen, sind nicht alle Stechmücken gleich. In unseren Breiten ist es vorteilhaft eine praktische Klassifizierung zu machen, um die besten Techniken einer Bekämpfung einzuschätzen.
Die erste Einteilung kann man vornehmen, indem man die Arten, die im Adultstadium überwintern von denen unterscheidet, die im Eistadium überwintern.
Gegen Erstere ist es möglich und erstrebenswert im Winter Behandlungen durchzuführen, gegen Letztere offensichtlich nicht.
In manchen besonderen Mikroklimen (Thermalwasser) kann man im Winter auch die Larvenphase antreffen, allerdings nur in sehr seltenen Fällen.
Zunächst sollte man feststellen, ob man nicht obligatorisch im Winter die Bekämpfung im Adultstadium einführen kann. Das ist wirksam, nicht sehr aufwendig, wenn man die zu behandelnden Stellen kennt, relativ billig und es reicht eine Behandlung in der ganzen Saison (eine ganze Sprühdose würde ausreichen).
In öffentlichen Anlagen sollten diese Behandlungen logischerweise durch öffentliche Unternehmen durchgeführt werden, ebenso wie die Bekämpfung im Larvenstadium, die um einiges kostspieliger ist.
Gegen die Arten die im Eistadium überwintern, hat man keine solchen Bekämpfungsarten gefunden und es gibt auch keine Ansätze, die einen auf ein Gelingen hoffen lassen.
Eine zweite funktionelle Klassifizierung ist bestimmt die Einteilung der Arten nach der Eiablagestelle. In angestautem Wasser bestimmter Größe (z.B. in Reisfeldern), in kleinen Wasserpfützen (z.B. Strassenabflüsse, Untertöpfe, verschiedene Wasserreste etc.), in hohlen Baumstämmen, in absolut klarem Wasser, in salzhaltigem Wasser, etc.
Eine zweite Überlegung: Ein wirklich gezielter Eingriff kann vorgenommen werden, wenn man weiß welche und wie viele Exemplare einer Art in welchen Gebieten anzutreffen sind. In diesem Fall ist es wichtig zu wissen, welche, wie viele und wo; eine erste Einschätzung könnten uns die Personen geben, die die Biotope gut kennen, weil sie an diesen Orten arbeiten, z.B. Angestellte bei Abwasserkanalsystemen, Gärtner von Park- und Gartenanlagen.
Wichtig ist die präzise Bestandsaufnahme eines Großteils der Eiablagestellen, nicht nur der Kanalabflüsse. Diese bleiben jedoch die „Makrosysteme“ auf die man sich beziehen muss und die als erstes behandelt werden, jedoch ohne die anderen zu vernachlässigen.
Die Überwachung schließt vor allem das Auffinden der potentiellen Eiablagestellen ein und das ist aufwendig, sogar sehr aufwendig. Auch für diese Bekämpfung ist es wichtig Bestimmungen zu erlassen und gleichzeitig mit Hilfe einer Informationskampagne, die ausführlicher als die „üblichen“ Flugblätter sein sollte, aufzuklären.
In einer Stadt, in der diese Aufklärung seit einigen Jahren durchgeführt wurde, hat man über Telefoninterviews festgestellt, dass ein guter Teil der Befragten nicht wusste, wie sie mitarbeiten hätten können, um das Stechmückenproblem unter Kontrolle zu halten, auch wenn sie sich über ihr Auftreten beschwerten. Wir nennen an dieser Stelle keine Prozentzahlen, da die Stichproben nicht allgemein repräsentativ waren.
An dieser Stelle nutzen wir die Gelegenheit, um die Wichtigkeit der statistischen Auswertung der zu Verfügung stehenden Daten und der Feststellung ihrer Repräsentativität zu unterstreichen. Es ist auch möglich die Delphi-Methode anzuwenden (die des Orakels), aber in diesem Fall kann man nie vorsichtig genug sein was die Leithinweise angeht. Bei jeder Wahl gibt es pro und contra. Nun wollen wir wieder zu der Bekämpfung im Adultstadium zurückkommen.
Die Bekämpfung im Adultstadium besteht in der Verteilung einer Insektizid-Suspension in einem bestimmten Umfeld. Es ist nicht auszuschließen, dass bei dieser Technik ein bestimmter Anteil dieser Formulierung in die umliegende Luft übergeht.
Die Ausrüstung:
- Zerstäuber, regelbar je nach Notwendigkeit zu niedrigem, mittlerem und hohem Volumen;
- Ultra Low Voltage (ULV), diese sind nur an bestimmten Orten zu verwenden, es sollten speziell registrierte Produkte verwendet werden;
- Spritzgeräte mit reduziertem Volumen, diese Technik sollte aufgewertet werden. Sie ist am ehesten für Grünflächen geeignet, wo die Stechmücken ruhen und ist außerdem die Technik, bei der man am wenigsten abdriftet. Wenn man Druckspritzgeräte verwendet, sollte man die Wahl von Druck und Düsenart aufmerksam beurteilen. Der Unterschied zwischen einer traditionellen Düse und einer Turbulenz-Düse ist dem Unterschied zwischen einem Straßen-Motorrad und einem professionellem Wettbewerbsmotorrad gleichzustellen
Man sollte, egal welche Ausrüstung man verwendet, die genau gelieferte Menge und Feinheit (einfacher gesagt den mittleren „normalen“ Durchmesser der gelieferten Tropfen nach statistischer Norm) kennen.
Eine nicht zu vernachlässigende Angabe, um große Fehler zu vermeiden, ist die Fortschreitgeschwindigkeit. Geschwindigkeit, Menge und behandelter Bereich erlauben die Feststellung der Einheitsdosierung, das ist der wichtigste Parameter um die tatsächliche Wirksamkeit, die man erreichen kann, vorauszusehen.
Ein wichtiges Kontrollmittel ist es die erreichte Abdeckung während der Ausführung der Behandlung zu überprüfen. Das ist sicher nicht einfach, aber doch immer möglich.
Man muss aufpassen, dass die gesammelten Daten – die wichtigste Angabe sind die Tropfen pro Quadratmeter – mit der Entfernung vom Ausgangspunkt und der Anordnung verrechnet werden.
Natürlich setzt das Anbringen von Indikatoren in versteckten Bereichen, und das ist notwendig, eine richtige Interpretation der Daten zum Vergleich und zur Integration der Werte, die in von der Suspension einfacher zu erreichenden Bereichen erhalten wurden, voraus.
Bei der Bekämpfung im Adultstadium müssen die Formulierung, der entsprechende Wirkstoff, das toxische Profil, eine mögliche Phytotoxizität und das „Umweltschicksal“ genau untersucht und bewertet werden.
Ein Produkt mit verbleibender oder nur momentaner Wirkung? Das ist ein von Fall zu Fall zu bewertendes Dilemma.
Für die Wahl der Fortschreitgeschwindigkeit gibt es verschiedene Schulen, eine mittlere Angabe könnte 10-20km/Stunde sein, aber ich habe Behandlungen von Schrittgeschwindigkeit (4km/Stunde) bis zu 20 km/Stunde gesehen, das scheint mir ehrlich gesagt übertrieben, da die auf dem Etikett angezeigten Konzentrationen nicht überschritten werden dürfen.
Die letzte Anmerkung: Die Bekämpfung im Adultstadium könnte zusätzlich als Zierpflanzenschutz in den Hausgemeinschaftsgärten verwendet werden. Das könnte ein in den Zusammenkünften der Hausverwalter zu behandelndes Thema sein.
Abschließend bleibt zu unterstreichen, dass die Bewertung der Ergebnisse der Bekämpfung im Adultstadium nicht so einfach ist, wie es scheint: einfach vorher und nachher vergleichen und fertig. Die Einschätzung kann nicht so einfach gemacht werden, da die Bedingungen von vorher und nachher „nie“ vergleichbar sind.
Man muss mit einer Anhäufung rechnen, natürlich der Wirkungs- /Wirksamkeitsanhäufung, nicht der Produktanhäufung (das darf nie vorkommen).
Zwei Dinge sind sicher: erstens bei der Bekämpfung im Adultstadium werden auch die Stechmücken getötet, die auf privaten Bereichen herumflattern und zweitens dieser Vorgang wird von Personen durchgeführt oder eingeleitet, die aus der Behandlung einen konkreten Nutzen ziehen: Camper, Hotelvereinigungen, Organisatoren von Ereignissen.
Jedes hier dargestellte Thema hätte es verdient weiter vertieft zu werden, aber die wichtigsten Faktoren der Methodik sind betrachtet worden.
![]() |